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Was der Laser nicht schneidet

Manche Materialien schneidet ein CO₂-Laser technisch problemlos. Trotzdem kommen sie nicht hinein — weil dabei entsteht, was niemand einatmen will.

Fachlich geprüft am 31. August 2026

Ein CO₂-Laser schneidet, indem er Material verdampft. Was dabei entsteht, hängt davon ab, woraus das Material besteht — und bei einigen Kunststoffen sind das Stoffe, die weder in die Werkstatt noch in die Maschine gehören.

Deshalb gibt es eine feste Ausschlussliste. Sie ist keine Frage der Bequemlichkeit oder des Aufwands: Bei diesen Materialien ist das Ergebnis nicht schlechter, sondern gesundheits- oder maschinenschädlich.

Die Ausschlussliste

MaterialWarum nicht
PVC (Polyvinylchlorid), auch Hart-PVC und PVC-FolieBeim Verdampfen entstehen Chlorwasserstoff und daraus Salzsäure — giftig für Menschen, korrosiv für Optik und Mechanik der Maschine.
PTFE (Teflon)Setzt beim Erhitzen Fluorverbindungen frei, die gesundheitsschädlich sind.
Polycarbonat (PC, Makrolon)Verbrennt statt zu schneiden: dunkle, verschmorte Kanten und starke Rauchentwicklung. Technisch möglich, aber ohne brauchbares Ergebnis.
Verbundplatten mit Aluminium-DeckschichtMetall reflektiert den Strahl und lässt sich mit dieser Laserart nicht trennen.
HPL und andere Mehrschicht-LaminateDie Schichten reagieren unterschiedlich; Ergebnis und Emissionen sind nicht kontrollierbar.
Alles mit unbekannter ZusammensetzungOhne zu wissen, was drin ist, lässt sich nicht beurteilen, was herauskommt.

Die verbreitetsten Verwechslungen

Nicht jede klare Kunststoffplatte ist Acryl. Polycarbonat sieht praktisch identisch aus, verhält sich im Laser aber völlig anders — es verbrennt zu einer braunen, verschmorten Kante. Wenn du eine Platte aus unbekannter Quelle hast, hilft der Blick auf die Schutzfolie oder das Datenblatt.

Ähnlich bei Folien: „Klarsichtfolie" kann PET sein oder PVC. Bei Bastelfolien und Verpackungsmaterial steht die Zusammensetzung selten dabei — im Zweifel gehört sie nicht in die Maschine.

Auch bei Textilien und Leder lohnt der Blick: Kunstleder ist häufig PVC-beschichtet. Echtes Leder lässt sich gut schneiden, PVC-Kunstleder nicht.

Was stattdessen geht

Für die meisten Anwendungen gibt es eine unproblematische Alternative. Statt Polycarbonat: Acrylglas, wenn es nicht schlagzäh sein muss. Statt PVC-Folie: PET-G oder Mylar. Statt Kunstleder: echtes Leder oder Filz.

Wenn du unsicher bist, ob dein Material geeignet ist, frag lieber vorher. Das kostet eine E-Mail und erspart im besten Fall eine abgelehnte Bestellung — im schlechtesten einen Maschinenschaden.

Häufige Fragen

Warum darf PVC nicht gelasert werden?
Beim Verdampfen entsteht Chlorwasserstoff, der mit Luftfeuchtigkeit Salzsäure bildet. Das ist giftig für die Menschen in der Werkstatt und korrodiert Optik und Mechanik der Maschine dauerhaft.
Kann man Polycarbonat lasern?
Technisch ja, sinnvoll nein. Polycarbonat verbrennt statt sauber zu schneiden — die Kante wird dunkel und verschmort. Für klare Platten ist Acrylglas die richtige Wahl.
Was ist mit Kunstleder?
Kunstleder ist häufig PVC-beschichtet und damit ausgeschlossen. Echtes Leder lässt sich dagegen gut schneiden und gravieren.
Woran erkenne ich, ob mein Material geeignet ist?
Am Datenblatt oder der Kennzeichnung. Klare Platten unbekannter Herkunft sind der häufigste Zweifelsfall, weil Acryl und Polycarbonat gleich aussehen. Im Zweifel vorher nachfragen.

Grundlage

  • Eigene Werkstattdokumentation „Nicht mit einem Laser bearbeitbare Materialien"
  • Sicherheitsdatenblätter der betroffenen Kunststoffe