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Vektor- oder Rastergravur

Zwei Verfahren, ein Wort. Die Wahl entscheidet über das Aussehen und kann den Preis einer Beschriftung vervielfachen.

Fachlich geprüft am 31. August 2026

Gravieren heißt: Der Laser trägt Material ab, ohne durchzuschneiden. Wie er das tut, unterscheidet sich grundlegend.

Die Vektorgravur — auch Markierung oder Liniengravur genannt — fährt eine Linie nach, so wie beim Schneiden, nur mit weniger Leistung. Das Ergebnis ist eine feine Rille, etwa so breit wie der Laserstrahl. Die Rastergravur arbeitet wie ein Drucker: Der Kopf fährt die Fläche zeilenweise ab und trägt sie flächig ab.

Wann was

VektorgravurRastergravur
Erzeugtfeine Linienabgetragene Flächen
Gut fürSkalen, Striche, Umrisse, feine SchriftLogos, Symbole, große Buchstaben, Bildflächen
Dauerkurz — nur die Linienlänge zähltlang — die ganze Fläche wird abgefahren
Preisnach Gravurlängenach Gravurfläche
In der DateiLinienfarbe auf dem PfadFüllfarbe der Fläche

Die genauen Farbwerte und Linienstärken stehen auf unserer Seite zur Dateivorbereitung — dort ist die verbindliche Quelle.

Wie die Gravur aussieht, hängt vom Material ab

Auf Acryl wird die gravierte Stelle milchig-weiß und hebt sich vom umgebenden Material ab. Daraus folgt eine Regel, die wir seit Jahren so weitergeben: Je dunkler das Material, desto besser wirkt die Gravur. Auf schwarzem Acryl steht eine Beschriftung klar und sauber; auf weißem oder hellem Material ist derselbe Text kontrastarm und wirkt unsauber.

Auf Holzwerkstoffen ist es umgekehrt — dort wird die Gravur dunkler als die Fläche, weil das Material an der Oberfläche anbrennt. Sperrholz und MDF gravieren deshalb sehr kontrastreich.

Wer maximalen Kontrast will, ohne sich auf die Materialfarbe verlassen zu müssen, nimmt zweifarbiges Acryl: Dort liegt unter einer dünnen Deckschicht eine kontrastierende zweite Farbe, die von der Gravur freigelegt wird. Das ist die Bauweise klassischer Typenschilder.

Schrift gravieren

Für kleine Schriftgrößen ist die Vektorgravur die bessere Wahl: Sie zeichnet den Umriss und bleibt auch bei feinen Serifen lesbar. Eine flächig gerasterte Schrift verliert in kleinen Größen ihre Form, weil die Zeilen der Rasterung gegenüber der Buchstabenform zu grob werden.

Ab etwa Fingerbreite kehrt sich das um: Ein großer Buchstabe nur als Umriss wirkt hohl, flächig graviert wirkt er satt und beabsichtigt.

In beiden Fällen gilt dieselbe Vorbereitung: Text muss vor dem Export in Pfade gewandelt werden. Eine nicht konvertierte Schrift wird nicht graviert.

Was eine Gravur nicht kann

Eine Gravur hat keine Farbe — sie ist eine Vertiefung. Farbverläufe, Fotos in Farbe oder mehrere Farbtöne nebeneinander lassen sich damit nicht abbilden. Was geht, sind Helligkeitsabstufungen über die Gravurtiefe, aber das ist ein Effekt mit begrenztem Umfang und nicht mit einem Druck vergleichbar.

Und sie ist nicht rückgängig zu machen. Anders als beim Schneiden, wo ein zu kleines Teil einfach neu geschnitten wird, ist eine falsch platzierte Gravur das Ende des Werkstücks. Bei aufwendigen Teilen lohnt deshalb ein Probelauf auf einem Reststück desselben Materials.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Vektor- und Rastergravur?
Die Vektorgravur fährt Linien nach und erzeugt feine Rillen; die Rastergravur fährt Flächen zeilenweise ab und trägt sie flächig ab. Vektor ist schnell und günstig, Raster wirkt satt, kostet aber nach Fläche.
Auf welchem Material sieht eine Gravur am besten aus?
Auf dunklem Material. Auf Acryl wird die Gravur milchig-weiß, der Kontrast ist auf Schwarz am größten. Zweifarbiges Acryl gibt den saubersten Kontrast, weil eine kontrastierende Schicht freigelegt wird.
Warum ist meine Gravur so teuer?
Vermutlich ist sie als Fläche angelegt. Rastergravur wird nach Fläche berechnet, Vektorgravur nach Linienlänge — derselbe Schriftzug als Umriss kostet einen Bruchteil.
Kann ich ein Foto gravieren?
Nur als Helligkeitsabstufung, nicht in Farbe. Eine Gravur ist eine Vertiefung ohne eigene Farbe; für farbige Motive ist Druck das passende Verfahren.

Grundlage

  • Eigene Fertigung: Gravurmuster auf allen Materialien des Sortiments
  • Formulor-Vorlagenkonventionen, formulor.de/help/classic.html