Wordclock-Frontplatte auslegen
Bei der Wortuhr entscheidet die Frontplatte über alles. Zwei Fehler kosten fast jeden den ersten Versuch — beide lassen sich vorher ausschließen.
Fachlich geprüft am 31. August 2026
Eine Wortuhr zeigt die Zeit als Text: Hinter einer Platte mit einem Raster aus Buchstaben sitzen einzeln ansteuerbare LEDs, und beleuchtet wird nur, was gerade gilt — „ES IST FÜNF NACH ZEHN". Die Elektronik dafür ist gut dokumentiert und in vielen Bauanleitungen beschrieben. Woran es hängt, ist die Front.
Sie muss drei Dinge gleichzeitig leisten: die Buchstaben lesbar durchlassen, alles andere sicher abdunkeln, und exakt zum Raster der LEDs passen. Jede dieser drei Anforderungen hat ihre eigene Falle.
Zwei Bauweisen
Bei der geschnittenen Front werden die Buchstaben vollständig ausgeschnitten; dahinter liegt eine lichtstreuende Scheibe, der Diffusor. Das ergibt den höchsten Kontrast — die Buchstaben leuchten klar, der Rest bleibt schwarz. Es ist die verbreitetste Bauweise.
Bei der gravierten Front bleiben die Buchstaben stehen und werden nur bis auf eine dünne Restschicht abgetragen, durch die das Licht scheint. Das braucht kein zweites Teil und ist mechanisch stabiler, verlangt aber ein Material, das an dieser Stelle gerade genug durchlässt — und die Restdicke ist schwer zu treffen. Für den ersten Aufbau ist die geschnittene Front die sichere Wahl.
Schablonenschriften sind genau dafür gemacht: Sie unterbrechen die Kontur an einer unauffälligen Stelle, sodass die Innenfläche mit dem Rest verbunden bleibt. Wer eine normale Schrift nimmt und die Stege selbst einzeichnet, sollte sie mindestens 1 mm breit machen — schmaler frisst die Schnittfuge sie weg, und das Innenteil fällt doch heraus.
Die Alternative ist, den Innenteil bewusst zu verlieren und mit dem Diffusor zu arbeiten: Wird das Innenteil separat auf den Diffusor geklebt, sieht der Buchstabe korrekt aus. Das ist bei über hundert Buchstaben allerdings viel Handarbeit.
Abhilfe schafft ein Wabengitter zwischen LED-Ebene und Front: ein Raster aus dünnen Stegen, das jedem Buchstaben seine eigene Kammer gibt. Es lässt sich als Steckgitter aus demselben Material schneiden — zwei Sätze geschlitzter Streifen, die ineinandergesteckt werden, wie bei einem Flaschenkarton.
Für die Schlitze gilt die Schnittfugenregel: Wenn beide Streifen aus 3-mm-Material bestehen und der Schlitz exakt 3 mm breit gezeichnet wird, sitzt die Verbindung mit deutlichem Spiel. Zeichne den Schlitz eine Schnittfuge schmaler — und denk daran, dass die Materialstärke selbst schwankt.
Das Raster muss aufgehen
Die Buchstabenpositionen müssen mit den LED-Positionen übereinstimmen, und zwar über die gesamte Breite. Der übliche Fehler ist, den Abstand von Buchstabe zu Buchstabe zu bemaßen: Bei elf Spalten summieren sich elf Rundungen zu einem sichtbaren Versatz am Rand.
Bemaße stattdessen jede Position absolut von einer Bezugsecke aus. Wenn dein LED-Streifen ein Rastermaß von beispielsweise 16,7 mm hat, ist die zehnte LED bei 150,3 mm — nicht bei „neunmal ungefähr 16,7".
Und plane den Rand großzügig: Die Front ist meist etwas größer als das aktive Raster, damit ein Rahmen die Kanten überdeckt. Dieser Überstand ist der Puffer, in dem kleine Abweichungen verschwinden.
Materialwahl
Für die Front hat sich schwarzes, opakes Acryl bewährt — es lässt kein Streulicht durch und gibt den höchsten Kontrast. Für den Diffusor eignet sich satiniertes oder milchiges Material; klares Acryl streut zu wenig, sodass man einzelne LEDs als Punkte sieht statt einer gleichmäßig leuchtenden Fläche.
Wer die Front in einer anderen Farbe möchte, sollte vorher prüfen, ob das Material im unbeleuchteten Zustand wirklich blickdicht ist. Viele farbige Platten wirken opak, lassen aber genug Licht durch, dass die abgeschalteten Buchstaben schwach schimmern.
Vorgehen
- Rastermaß der LED-Ebene messen und die Gesamtmaße daraus absolut berechnen.
- Buchstabenraster in einer Schablonenschrift setzen, Innenformen prüfen.
- Buchstaben in Pfade wandeln — nicht konvertierte Schriften werden nicht geschnitten.
- Trenngitter als Steckraster zeichnen, Schlitze um eine Schnittfuge schmaler.
- Ein Testfeld mit wenigen Buchstaben schneiden lassen und gegen die LEDs halten, bevor die ganze Front läuft.
Häufige Fragen
- Warum fällt bei meiner Wordclock-Front das O in der Mitte heraus?
- Weil ein ausgeschnittenes O aus zwei getrennten Teilen besteht. Nimm eine Schablonenschrift, deren Innenformen über Stege gehalten werden, oder zeichne die Stege selbst — mindestens 1 mm breit, sonst frisst sie die Schnittfuge weg.
- Warum leuchten benachbarte Buchstaben mit?
- Das Licht wandert seitlich zwischen LED-Ebene und Front. Ein Wabengitter aus geschlitzten Streifen gibt jedem Buchstaben seine eigene Kammer und macht den Text scharf.
- Welches Material für Front und Diffusor?
- Für die Front schwarzes opakes Acryl — höchster Kontrast, kein Streulicht. Für den Diffusor satiniertes oder milchiges Material; klares Acryl streut zu wenig, man sieht dann einzelne LED-Punkte.
- Wie vermeide ich Versatz im Buchstabenraster?
- Bemaße jede Position absolut von einer Bezugsecke, nicht von Buchstabe zu Buchstabe. Über elf Spalten summieren sich sonst die Rundungen zu einem sichtbaren Versatz.
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Grundlage
- Eigene Fertigung: Wortuhr-Fronten, Schablonen und Diffusoren, 2019–2026
- Bestellauswertung ab 2019: 108 Kundenprofile mit Wordclock-Bezug (18.845 EUR)